Besucher von Astorga, die den Jakobsweg durch die Altstadt gehen, sollten die Kirche der Heiligen Marta nicht verpassen, Jana iver der Stadt seit 1741.
Der heutige Standort weist eine lange religiöse Tradition auf: Unter der aktuellen Kirche befanden sich bereits zwei Vorgängerbauten – einer im prärömischen und einer im romanischen Stil.
Der Überlieferung nach war Santa Marta eine junge Frau aus Astorga, die im 3. Jahrhundert als Christin den Märtyrertod erlitt. Sie war die Schwester von Sankt Vidal und die Tante der Kinder Justo und Pastor, daher wird sie oft mit Lehrtätigkeit dargestellt.
Die erste Kirche zu ihrer Ehre wurde über ihrem vermuteten Elternhaus errichtet. Die heutige Kirche im Barockstil stammt aus dem 18. Jahrhundert, initiiert von Kanoniker Bartolomé de Loredo, errichtet zwischen 1738 und 1741.
Die Kirche hat drei Schiffe mit Rundbogenarkaden, ein Tonnengewölbe und eine Kuppel über dem Kreuzungsbau. Das Hauptportal besitzt einen Rundbogen mit Engelsköpfen in den Kämpfern. Darüber befindet sich eine Nische mit gesprengtem Giebel, in der die Märtyrerstatue der Heiligen Marta mit Palme und Evangelium steht. Die spätere Glockenarkatur ist aus Granit.
Das Nebentor zeigt das Kapitelwappen und ein Lamm-Symbol, das Paschlamd.
Beeindruckend sind die reich verzierten Stuckarbeiten, zahlreiche Fabelwesen, Engel, Pflanzenmotive, das Kapitelwappen und Darstellungen von lokalen Heiligen wie Sankt Vidal, Sankt Adrian (Astorganer Einsiedler) und Sankt Feliz im Kuppelraum über dem Kreuz.
Der Hochaltar in der Hauptkapelle, gewidmet der Heiligen Marta, ist ein Meisterwerk von Lorenzo de Villagrá und Andrés Domínguez Fierro. Im Zentrum steht eine rundplastische Marienstatue aus dem 17. Jahrhundert von Lucas Gutiérrez.
Ursprünglich befand sich dort eine zweistöckige Glockenarkatur mit Rundbogen, die 1896 durch die jetzige Granitfassung ersetzt wurde.
In der Kirche ist Bischof Ordoño begraben, der die Überreste des Heiligen Isidorus aus Sevilla nach León brachte.
Das Fest der Heiligen Marta ist am 23. Februar, wurde aber wegen besseren Wetters auf die letzte Augustwoche verlegt.
Kuriositäten
Die Nähe zur Kathedrale ist ungewöhnlich, da die Kirche auf dem Gelände von Santa Martas Haus und mutmaßlicher Grabstätte steht.
1999 wurden im Chorbereich nahe Kathedrale und Bischofspalast Reste einer frühmittelalterlichen Kirche freigelegt. Sie war rechteckig, hatte eine quadratische Apsis und stammt aus dem 6. Jahrhundert. Man fand separate Bereiche für Laien und Kleriker sowie ein Taufbecken. Nachdem sie abbrannte, wurde sie nicht wiederaufgebaut, diente als Friedhof und ist heute im Pflaster markiert.


